Sumpf-Fußball
Der Spaßfaktor muss immens gewesen sein, denn bereits kurze Zeit später steckten jede Menge Sportler teilweise bis zu den Knien im Schlamm und spielten Fußball. Der Schlamm in dem Spielfeldsumpf kann von knöchelhoch bis kniehoch und sogar hüfthoch sein – je nach Höhe ist das Spiel natürlich umso anstrengender. Dieser Sport ist nichts für Fitnessmuffel, denn es erfordert sicher eine ungeheure Kraft, in diesem Matsch die Beine zu heben und nach dem Ball zu treten. Gleichzeitig ist es aber schonend für die Gelenke und die Muskulatur aufgrund des weichen Untergrundes. Man denke vergleichsweise an Wassergymnastik, die ja auch anstrengend aber Gelenk schonend ist. Auch ein Moorbad oder eine Fango-Packung sind beide sehr gesund und gut für die Haut, aber erschöpfend. Nur ist der Sumpf-Fußball ungleich anstrengender und auch härter – schließlich haftet der Schlamm schwer an den Beinen und diese müssen jedoch gehoben und bewegt werden, um den Fußball zu treffen. Aus diesem Grund dauert ein Spiel auch nur zwei Halbzeiten von je 15 Minuten. Danach sind die Spieler total erschöpft.
Eine Mannschaft besteht aus 6 Spielern – 5 Feldspieler und 1 Torwart - und man benötigt bis zu 6 Auswechselspieler, was ebenfalls auf den harten und anstrengenden, aber auch verrückten Sport des Sumpf Fußballs zurückzuführen ist. Dabei sind die Spieler beliebig oft auswechselbar, was ein weiterer, wesentlicher Unterschied zu den herkömmlichen Fußballregeln darstellt. Es gibt sowohl Herren- als auch Damenmannschaften sowie gemischte Mannschaften, die gegeneinander antreten. Das Spielfeld hat eine Fläche von 35 m x 60 m, also durchaus eine weite Strecke, wenn sich die Spieler durch den Schlamm und Sumpf bewegen müssen. Aufgrund des Geländes wurden die normalen Fußballregeln etwas abgewandelt. Beim Elfmeter, bei Einwürfen und bei Eckstößen lässt der Spieler sich den Ball von der Hand auf den Fuß fallen, denn er hätte wahrscheinlich keine Kraft, diesen von unten so hoch zu treten. Im Gegensatz zum normalen Fußball gibt es beim Sumpffußball auch keine Abseitsregel. Dieses Jahr im Juli fand die Weltmeisterschaft im Sumpf-Fußball im finnischen Ukkohalla statt. Es nahmen 340 Mannschaften an dieser Weltmeisterschaft teil, was doch schon auf eine relative Popularität des Sumpffußballs deutet. Diese kamen aus über 10 Ländern. Sumpf-Fußball ist also in keinster Weise eine reine finnische Sportart, sondern eine durchaus anerkannte Funsportart, die immer mehr Anhänger findet. Wo kein Sumpf ist, da wird eben einer gebaut, um ein entsprechendes Spielfeld zur Verfügung zu haben. Für die diesjährige Weltmeisterschaft wurden 15 Spiel- oder besser Schlachtfelder gebaut. Die finnische Stadt Hyrynsalmi im finnischen Norden, nahe des Pölhösuo-Sumpfes ist das Mekka der Sumpf-Fußballer. Dort findet das jährliche Spektakel statt, das immer mehr Publikum anzieht. Die Sportart übt eine solche Anziehungskraft auf, dass sogar Mannschaften aus Ländern, die gar keinen Sumpf haben, wie beispielsweise Somalia, zur Weltmeisterschaft kommen. Egal, ob die Mannschaft beim Sumpffußball gewinnt oder auch verliert, das Spiel macht den Beteiligten so einen Riesenspaß, dass anschließend immer ausgiebig gefeiert wird. Es wird getrunken, gefeiert, sich unterhalten und ausgespannt in der 25 m langen Großraumsauna, die explizit für dieses Ereignis aufgebaut wird. Sumpf-Fußball ist ein Sport für ausgesprochen harte und leidensfähige Männer und Frauen, die diesen jedoch mit großer Begeisterung und geradezu mit Enthusiasmus ausüben. Selbstverständlich hat jede Mannschaft ihre eigene Fangemeinde, die sie dann auch gebührend anfeuert. Es wird hart gespielt, die Spieler kämpfen bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit, aber es macht ihnen Spaß und die Verletzungsgefahr und Verletzungshäufigkeit ist außerordentlich gering. Der verrückte Sport im Sumpf schont nicht nur die Muskulatur und die Gelenke, er federt auch die Stürze optimal ab und ist ein optimales Konditions- und Muskeltraining für die Beine.










