Cliff Diving / Klippenspringen

Bei der Ausführung der Klippenspringer beim Cliff Diving wird die Technik des Turmspringens eingesetzt, allerdings unter den Bedingungen und Anforderung hinsichtlich der Natur an die Sportler. Es gibt allerdings auch das volkstümliche Klippenspringen, bei dem meist junge Männer einfach nur von einer Klippe springen, ohne auf jegliche Gefahren zu achten, dies hat außer dem Sprung und dem Eintauchen ins Wasser nicht viel mit dem tatsächlichen Cliff Diving, bei dem kunstvolle Sprünge gezeigt werden, gemeinsam. Die Gefahr, einfach so – ohne vorherigen Sicherheitscheck – von der Klippe zu springen, wird beim Cliff Diving und den Wettbewerben in dieser Extremsportart dagegen auf ein Minimum reduziert durch vorherige, exakte Kontrolle des Eintauchbereiches.
Der Ursprung des Cliff Divings liegt bei den Klippenspringern in Acapulco, die bei den Felsen La Quebrada von Acapulco in Mexiko wahre Kunststücke vorführen und Touristen wie Einheimische gleichermaßen begeistern. Die Gründer des Cliff Divings waren Perlentaucher – Frauen und Männer – denn nur so konnten sie die Perlen tief im Meer von den Klippen aus erreichen. Mit dem zunehmenden Tourismus in Mexiko wurden diese Perlentaucher immer mehr eine Touristenattraktion und heute reisen viele Touristen, die in Mexiko ihren Traumurlaub verbringen, nach Acapulco, um die Faszination der Cliff Diver zu erleben. Gerade bei den Klippen von Acapulco ist das Klippenspringen auch sehr gefährlich und nur während der Flut einigermaßen sicher, damit die Sportakrobaten sich nicht verletzen. Die Klippen dort sind nicht überhängend, was bedeutet, dass die Sprünge sehr weit nach vorne erfolgen müssen, um nicht auf den Felsen zu prallen.
Die Gefahr ist beim Cliff Diving natürlich generell sehr hoch – wenn die Wassertiefe unterschätzt wird, kann dies fatale Folgen für den Sportler haben. Aber gegenüber dem Klippenspringen in der ursprünglichen Art, wird beim Cliff Diving auf maximale Sicherheit geachtet. Beim Cliff Diving erreichen die Extremsportler, die durchaus als Akrobaten bezeichnet werden können, eine Geschwindigkeit von bis zu 50 km/h beim Eintauchen in das Wasser. Durch das abrupte Reduzieren der Geschwindigkeit durch den Aufprall auf das Wasser wird dabei eine Belastung auf den Körper des Sportlers von dem 35-fachen seines Körpergewichts ausgelöst. Dies zeigt sicher, wie extrem hart und auch gefährlich diese Extremsportart sein kann.
Die Faszination der Vorreiter dieser Extremsportart Cliff Diving aus Acapulco hatten sehr schnell eine Vielzahl von Anhängern dieser faszinierenden und gefährlichen Sportart gewonnen. Seit dem Jahr 1997 gibt es sogar bereits internationale Wettbewerbe im Cliff Diving. Dabei werden während des Sprunges in der Luft schwierige Figuren vollführt, um im Anschluss geräuschlos in das Wasser einzutauchen. Schrauben in verschiedensten Variationen und Salti, die vor oder rückwärts und auch mehrfach ausgeführt werden, gehören beim Cliff Diving – wie auch beim Turmspringen – zu den Figuren, die bei dem Sprung von der Klippe dem staunenden Publikum dargeboten werden. Der Unterschied zum Turm- oder Wasserspringen ist dabei jedoch, dass nicht oder nur selten mit dem Kopf voran eingetaucht wird. Ab einer gewissen Sprunghöhe und nach mehrere Sprüngen am Tag wäre die Muskulatur von Hals und Schulter stark beansprucht und überlastet, wenn diese Sprünge immer mit dem Kopf voraus vorgeführt werden. Um die Gefahren bei dieser Extremsportart bei den Wettbewerben möglichst gering zu halten, werden während der Ausführung der Sprünge beim Wettkampf Rettungstaucher in der Nähe des jeweiligen Eintauchbereichs eingesetzt, damit diese im Notfall sofort zur Stelle sein können. Im Gegensatz zu den Cliff Divern bei Acapulco, die das Klippenspringen und die entsprechende Show beim Sprung von der Klippe zur Show und Attraktion für die Touristen vollführen, wobei auch noch die Gefahr als zusätzlicher Nervenkitzel ein Rolle spielt, wird bei den Wettbewerben im Cliff Diving auf Sicherheit großen Wert gelegt. Im Wettbewerb bei der Extremsportart Cliff Diving wird von überhängenden Plattformen abgesprungen und auch die Wassertiefe hinsichtlich des Eintauchens aus enormer Höhe exakt überprüft. Auch eventuelle Felsen unter Wasser dürfen natürlich in der Nähe der Eintauchstelle nicht vorhanden sein, diese könnten ebenfalls schwere Verletzungen beim Eintauchen verursachen.
Trotz allen Sicherheitsvorkehrungen sollte vor dem Cliff Diving bereits jahrelanges Wasserspringtraining vorausgehen. Nur wer die Sprünge auch mit einer gewissen Übung beherrscht, wird sich beim Cliff Diving auch nicht extrem verletzen. Das Wettkampfniveau bei europäischen Wettkämpfen bewegt sich in einer Absprunghöhe zwischen 13 und 22 m. Bei den Wettkämpfen im Worldcup ist eine Sprunghöhe von bis zu 28 m angesetzt. Die Noten bei einem Wettbewerb im Cliff Diving werden von 0 bis 10 gegeben. Wobei schlechte Sprünge mit 0 und perfekte Sprünge mit einer 10 bewertet werden. Die bekanntesten Orte für Cliff Diving Wettbewerbe sind neben Acapulco in Mexiko Ponte Brolla im Tessin in der Schweiz, Antipaxos in Griechenland, Lovrijenac in Kroatien, Sidari auf Korfu und die Falkensteinwand am Wolfgangsee in Österreich.











