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Eisgolfen

Eisgolfen existiert in Mitteleuropa schon seit den 70er Jahren, da immer mehr Golfer ihren Sport auch im Winter ausüben wollten. Eisgolfen ist seither eine beliebte Sportart für die Golfer im Winter – dann wird anstelle auf dem grünen Rasen eben auf dem weißen Eis gespielt. Für das Eisgolfen werden extra Schnee- oder Eisflächen präpariert und mit 9 oder 18 Löchern versehen.

Schon ist der Eisgolfplatz bereit und die begeisterten Golfer müssen auch im Winter nicht auf ihren Sport verzichten. Dabei bietet auch gerade die Winterlandschaft eine besondere Atmosphäre beim Eisgolfen. Für das Eisgolfen muss lediglich immer abgewartet werden, bis die Eisflächen dick genug sind, dass sie mehrere Menschen tragen können, danach kann der Spaß beim Golfen im Winter losgehen. Hier kann jede glatte Eisfläche entsprechend in einen Golfplatz umgewandelt werden und das Eisgolfen in herrlicher Landschaft kann beginnen. Viele der Golfer, die den Sport auf dem Rasen bereits perfekt beherrschen, entscheiden sich gerne für die neue Herausforderung beim Eisgolfen. Daher ist Eisgolfen nicht mehr nur in den nördlichen Ländern beliebt, wie zum Beispiel in Grönland, wo das Packeis als Eisgolfplatz dient. Vielmehr haben sich viele Wintersportorte bereits auf die neue Sportart Eisgolfen eingestellt und so werden in den beliebten Wintersportgebieten immer mehr gefrorene Seen zu Eisgolfplätzen umfunktioniert. Interessant und sicher ein besonderer Anreiz beim Eisgolfen ist, dass ein Platzrekord immer auf ewig gültig ist – schließlich entsteht jedes Jahr aufgrund der unterschiedlichen Bedingungen ein neuer Eisgolfplatz.

Die Regeln beim Eisgolfen sind dem normalen Golfen sehr ähnlich, allerdings werden einige Punkte geändert, da die Bedingungen auf Eis doch um einiges von den Bedingungen auf dem Rasen abweichen. Die Entfernungen beim Eisgolfen sind um ein Drittel gegenüber dem herkömmlichen Golf reduziert und das entsprechend präparierte Eis wird mit rotem Spray gekennzeichnet. Auch die Golfbälle unterscheiden sich von den weißen Golfbällen beim normalen Golf, die Golfbälle für das Eisgolfen sind farbig, damit sie einen Kontrast zu dem Eis oder Schnee bilden. Da beim Schnee- oder Eisgolfen die Bälle oft verloren gehen können, ist es dem Spieler bei vielen Turnieren erlaubt, einen neuen Ball zu verwenden, ohne dass ein Punktabzug vorgenommen wird. Natürlich ist die Kleidung beim Eisgolfen auch anders als beim normalen Golf. Anstelle der sonst üblichen karierten Golfer-Hosen wird dann in warmer Kleidung – meist Thermokleidung – Handschuhen und mit warmer Mütze gespielt. Aufgrund der Kälte ist es beim Eisgolfen auch wichtig, vorher die Muskulatur aufzuwärmen und zu dehnen.

Erfunden wurde das Eisgolfen von einem britischen Schriftsteller und Nobelpreisträger. Der Dschungelbuchautor Rudyard Kipling zog Ende des 19. Jahrhunderts nach Neuengland. Da er jedoch ein begeisterter Golfer war und aufgrund der langen Wintermonate keinerlei Rasen zum Golfen zur Verfügung stand, präparierte er in seinem Garten einen Golfparcour und färbte den Ball rot, damit er auf dem Eis gesehen werden konnte. Dies war somit die Geburtsstunde des Eisgolfens, denn viele weitere schlossen sich der neuen Sportart an, die anstelle von Rasen nur Eis- oder auch Schneeflächen zur Verfügung hatten.

Seit dem Jahr 1999 finden bereits jährliche Weltmeisterschaften im Eisgolfen statt. Das Austragungsland ist jedes Jahr Grönland, da dort eine dauerhafte Eisgarantie herrscht. Auf der kleinen Insel Uummanaq, die an der Nordwestküste liegt, wird auf einer Neun-Loch-Anlage gespielt. Die exakte Beschaffenheit der Fläche zur Weltmeisterschaft im Eisgolfen kann natürlich erst kurz vor Beginn festgelegt werden, da sich die Bedingungen von Jahr zu Jahr unterschiedlich zeigen. Eines ist bei der Weltmeisterschaft im Eisgolfen allerdings immer sicher – die faszinierende und atemberaubende Eislandschaft in Grönland. Bei der Weltmeisterschaft treten 36 Teilnehmer aus der ganzen Welt an. Diese Teilnehmer müssen als Voraussetzungen entsprechende Wettertauglichkeit und ein Handikap unter 18 vorweisen. Die Wettertauglichkeit wird nicht ohne Grund gefordert, schließlich herrschen bei der Eisgolfweltmeisterschaft in Grönland im Durchschnitt -20°C. Dies erfordert natürlich auch eine entsprechende Thermokleidung der Sportler. Bei der Weltmeisterschaft in Grönland werden die Wege von Loch zu Loch mit Hundeschlitten zurückgelegt, was sicher ebenfalls eine besondere Attraktion beim Eisgolfen darstellt. Die jährliche Weltmeisterschaft im Eisgolfen zählt sicher zu den wohl abenteuerlichsten Turnieren der Welt, das zusätzlich mit atemberaubenden Eindrücken fasziniert.

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