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Skibergsteigen

Skibergsteigen ist eine Wintersportart, die bereits beim Aufstieg unvergleichliche Naturerlebnisse bietet. Der Begriff Skibergsteigen wird bei uns in Deutschland eher mit dem in dieser Sportart stattfindenden Wettkampf assoziiert. Als Breitensport ist diese Wintersportart eher unter dem Begriff Skitourengehen geläufig.

Die englische Bezeichnung skimountaineering deckt sich in der Übersetzung mit dem Begriff Skibergsteigen. Die Österreicher bezeichnen diese Wintersportart als Schibergsteigen oder Schitourengehen und den Schweizern ist das Skibergsteigen unter dem Begriff Skialpinismus eher bekannt.

Der Unterschied des Skibergsteigens zum normalen Skilaufen liegt darin, dass auch der Aufstieg mit den Skiern bewältigt wird und die Abfahrt erfolgt meist abseits der präparierten Skipisten. Das unverspurte Gelände abseits der Skipisten ist ideal für die Sportler beim Skibergsteigen oder Skitourengehen. Entstanden ist das Skibergsteigen bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Damals existierten natürlich noch keine Liftanlagen – daher mussten die Sportler zwangsläufig die Berge mit den Skiern besteigen. Eine andere Alternative gab es damals einfach nicht. So kann das heute immer beliebter werdende Skibergsteigen oder Skitourengehen durchaus als Ursprung des heutigen Skifahrens bezeichnet werden. Heute können die Sportler beim Skibergsteigen oder Skitourengehen den Vorteil nutzen, nicht in den Schlangen der überfüllten Lifte anstehen zu müssen. Des Weiteren können gerade beim Aufstieg faszinierende Natureindrücke erlebt werden – wie zum Beispiel Begegnungen mit Tieren und die Atmosphäre der bezaubernden Winterlandschaft, die die Sportler umgibt. Für die Abfahrten beim Skibergsteigen ist bei den Sportlern frischer Pulverschnee äußerst beliebt. Ein sicher herrlicher Spaß, nach dem erfolgreichen Aufstieg mit den Skiern eine Abfahrt durch das glitzernde Weiß zu erleben und mit Pulverschnee bringt dies gleich zusätzliches Vergnügen. Aber gerade dieses Vergnügen ist auch teilweise mit erheblichen Gefahren verbunden. Beim Skibergsteigen sind die Sportler oftmals einer erhöhten Lawinengefahr ausgesetzt, beim Begehen der steilen Hänge und natürlich auch auf den Naturpisten bei den Abfahrten.

Viele Skibergsteiger bevorzugen als beste Zeit für ihren Wintersport das Frühjahr. Dann ist meist der Schnee körniger und auch die Lawinengefahr ist im Frühjahr zumindest etwas geringer. Dennoch sollte dabei nicht vergessen werden, dass die Lawinengefahr auch durch die Erwärmung über den Tag ansteigen kann. Gerade die typischen Frühjahrsverhältnisse mit kalten und klaren Nächten und den bereits wärmeren Temperaturen tagsüber bieten mit dem Firn günstige Voraussetzungen für ein ungefährliches Skibergsteigen. Firn ist die Bezeichnung für einen Altschnee. Firn ist sozusagen Schnee, der mindestens schon ein Jahr alt ist. Firn entsteht dadurch, dass die feineren Schneekristalle durch wiederholtes Auftauen und erneutem Gefrieren zu größeren, körnigen Schneekörnern verschmelzen und einen graupelartigen Zustand annehmen. Interessant ist bei der Entstehung des Firns die Mengenzahl – und zwar werden etwa 8 Meter Neuschnee benötigt, damit sich etwa ein Meter Firn bilden kann.

Die größte Gefahr besteht für die Skibergsteiger oder Skitourengeher natürlich durch Lawinenabgänge. Viele Urlauber, aber auch Einheimische, unterschätzen diese Gefahr – denn bereits ab der Stufe 2, die als mäßig bezeichnet wird, sind Vorsichtsmaßnahmen notwendig. Dann sollten die Routen auf die entsprechende Hangausrichtung ausgelegt werden. Ein Lawinenverschütteten-Suchgerät sollte definitiv zur eigenen Sicherheit mitgeführt werden, wie auch eine spezielle Lawinenschaufel und eine Sonde. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen für den Fall der Auslösung einer Lawine, sollte die von den Lawinen ausgehende tödliche Gefahr keinesfalls unterschätzt werden. Ein entsprechend überlegtes und auch defensives Verhalten ist für das Skibergsteigen ebenso Voraussetzung, wie auch ausreichende Kenntnisse in der Lawinenkunde, um bei dem Wintersport des Skibergsteigens oder Skitourengehens nicht in Lebensgefahr zu geraten. Entsprechende Kurse in Lawinenkunde und Verschütteten-Rettungsmaßnahmen werden von den Alpenvereinen, Bergschulen und Skiverbänden angeboten. Auch Fachbücher stehen für eine Erlangung der Kenntnisse in Lawinenkunde zur Verfügung – aber die praktischen Übungen innerhalb der angebotenen Kurse sollten für jeden Skibergsteiger einen wichtigen Faktor darstellen. Eine Landkarte mit topografischer Darstellung des Geländes ist ebenfalls für das Skibergsteigen unerlässlich. Denn nur mit Hilfe einer solchen Karte kann auch das für die Skitour ausgewählte Gelände in ausreichendem Maß richtig eingeschätzt werden und das Risiko eingeschränkt werden. Kleine GPS Satellitenempfänger helfen bei der Orientierung im Falle von schlechten Sichtverhältnissen. Ein Kompass, ein Höhenmesser und auch eine Taschenlampe sollten ebenfalls mitgeführt werden.

Bei der Ausrüstung für das Skibergsteigen oder das Skitourengehen handelt es sich um eine Kombination aus Skiausrüstung und Bergsteigerausrüstung. Tourenskier mit einer Tourenskibindung, Skifelle mit Riemenbefestigung und wetterfeste Kleidung, die keine Nässe oder Kälte durchlässt gehören neben der Notfall- und Lawinenausrüstung, wie oben beschrieben, zur notwendigen Standardausrüstung. Neben der Navigationsausrüstung sollte auch ein Notproviant mitgeführt werden. Harscheisen und Teleskopstöcke werden je nach Schneebedingungen für das Skibergsteigen ebenfalls benötigt, wie auch Pickel und weitere typische Bergsteigerausrüstungsgegenstände.

Hinsichtlich der Skischuhe oder Skistiefel sollte beachtet werden, dass diese entweder weich sein sollten oder über ein Gelenk verfügen sollten, um in der Beweglichkeit an den Füßen nicht eingeschränkt zu werden. Gerade in steinigem oder felsigem Gelände sollten die Schuhe zudem eine Profilsohle haben, die für einen sicheren Halt sorgen, wenn die Skier getragen werden müssen. Dies gilt ebenfalls für die geplante Besteigung der Berggipfel beim Skibergsteigen. Die Bindung ist dann entsprechend auf die höhere Reibung anzupassen. Auf keinen Fall sollte eine herkömmliche Skibindung beim Skibergsteigen verwendet werden – diese normalen Skibindungen bieten bei den Skischuhen mit Profil, die für das Skitourengehen notwendig sind, keine ausreichende Sicherheit für den Sportler. Die Skier sollten für das Skibergsteigen auch mit Stoppern ausgestattet sein.

Die Wettkämpfe im Skitourenrennen oder auch das Wettkampfskibergsteigen gehen auf durch das Militär ausgetragene Wettkämpfe zurück. Früher dienten so genannte Militärpatrouillen dem Kräftemessen der teilnehmenden Teams und auch zu körperlichen Ertüchtigung. Seit den 20er Jahren im zwanzigsten Jahrhundert werden nicht nur militärische, sondern auch zivile Rennen ausgetragen. Bekannte zivile Skitourenrennen seit dieser Zeit sind das Mairennen in Gosau in Österreich oder auch der Geierlauf in der Wattener Lizum in Österreich. Bei den olympischen Winterspielen im Jahr 1924 war das Skibergsteigen in Kombination mit Wertungsschießeinlagen als Militärpatrouillenlauf eine Disziplin. Danach wurde der Militärpatrouillenlauf nur noch als reine Vorführung bei den weiteren olympischen Winterspielen zugelassen, da bei den Zuschauern nicht das erwartete Interesse geweckt worden war. Durch die zunehmende Beliebtheit des Skibergsteigens ist geplant, dass dies bei den olympischen Winterspielen im Jahr 2018 wieder als Disziplin aufgenommen werden soll.

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